Rückschau: Lokale Impulsuniversität

Ein klassisches Format der Mobilen Universität ist die Impuls-Universität, die vom Impulsbüro mikromakro entwickelt wurde. Ziel der Methode ist es, Aufmerksamkeit auf bisher nicht beachtete oder ungewöhnliche Phänomene der Stadt zu lenken und gemeinsame Lerneffekte zu initialisieren. Hierfür werden unterschiedliche Materialien, wie Klebeband, Farbe, Knete oder ähnliches DIY-Material genutzt. Der Idee liegt zugrunde, dass alle Bürger als Experten für ihr Lebensumfeld gesehen werden und deshalb auch in einem “Call for Experts” für solche Prozesse die primäre Zielgruppe sind.

In dieser Tradition wurde auch im Rahmen des BMW Guggenheim Labs am 17.06. eine Impuls-Universität durchgeführt, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll. Das Vorgehen war an sich dreigeteilt: In der ersten Stufe wurde gemeinsam mit der Stiftung Freizeit im Rahmen einer geführten Stadttour die Wahrnehmung geschult, indem auf fühlbare oder visuelle Reize der Gegend um den Teutoburger Platz hingewiesen wurde. Mit diesem Wissen wurden dann in einem zweiten Schritt eigene Wahrnehmungen der Teilnehmer und Passanten am Rosa-Luxemburg-Platz abgefragt. Im dritten Schritt entwickelten die Teilnehmer dann gemeinsam mit dem Team der MUB Ideen und Anregungen für die geäußerten Wünsche und Wahrnehmungen.

Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Situation vor Ort als sehr gut eingeschätzt wurde und die Menschen sehr zufrieden mit ihrem Umfeld waren. Einige Anwohner stellten den Wandel in der Einzelhandelsstruktur fest (z.B. Rückgang der unmittelbaren Nahversorger), hatten daran aber nichts auszusetzen, da die Wohnlage dadurch ruhig und unberührt blieb. Zudem wurde der Durchgangsverkehr als störend empfunden, so dass in der abschließenden Phase einige Ideen zur Verkehrsberuhigung entwickelt wurden. Zudem gab es einige Ideen zur Belebung der Ladenlokale wie ein öffentliches Lesecafé oder zusätzliche Aufenthaltsgelegenheiten.

Zusätzliches Ergebnis ist außerdem, dass viele Teilnehmer und Passanten, trotz der räumlichen Entfernung, den Mauerpark als zu bearbeitende Fläche angesprochen haben. In gewissem Maße hat sich der Ansatz also von der konkreten Fläche gelöst und hat seinen eigenen Raum definiert. Die gesamten Einreichungen der Teilnehmenden sind hier zu finden.