Mobile Universität begleitet Mission U Process in Berlin

Letzte Woche war die Mobile Universität Case-Holder im Mission U Process in Berlin. Mission U ist eine global agierende Initiative, die zum Ziel hat junge Studierende und Social Entrepreneurs zusammenzubringen, zu vernetzen und gemeinsam an konkreten Aufgaben den Theory U Prozess in der Praxis zu testen. Die zugrundeliegende Theorie wurde von Professor Otto Scharmer am MIT in Boston als eine Methode zur Analyse und Entwicklung komplexer sozio-ökonomischer Systeme entwickelt.

Die Arbeitsweise folgt einem rahmengebenden Prozess, der über verschiedene Stufen des Analysierens von Arbeitsabläufen und Informationsflüssen, über mehrere Reflektionszyklen und anschließendem Prototyping zu einem visionären Output führen soll. In diesem Sinne arbeiteten die Studierenden an der Idee einer Universität, die in einem Rucksack mitgeführt werden kann und die Funtionen der MUB in einem noch mobileren Objekt beherbergt.

Arbeitsgruppe "Backpack-University" v.l.n.r.: Lyra, Fumi, Raphael, Liza, Filippa, Kim

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Rückschau: Kinder- und Jugenduni Wikiscapes 05. Juli

In der Folge des Wikiscapes-Workshop am 1. Juli wurden wir gebeten ein Wikiscapes-Format für Kinder und Jugendliche zu erarbeiten. Der Workshop fand im Kinderprogramm des BMW Guggenheim Labs statt und beschäftigte sich mit Fragen zum Öffentlichen Raum rund um den Pfefferberg.

Ein Teil der Teilnehmenden bei der Diskussion

Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern machten die Jugendlichen einen Sensing-Prozess mit, innerhalb dessen sie den Ort und die lokalen Potentiale, aber auch die unschönen Ecken thematisierten. Relativ schnell wurde deutlich, dass die stinkenden Autos und Müllecken aus dem Quartier verschwinden und zu Gunsten von Grünflächen weichen sollen. Alternative Nutzungen sollen dann möglich werden, die die Jugendlichen als Entdeckungs- und Rückzugsorte nutzen würden.

Ein Herz für Fußgänger, die stinken nicht (zumindest meistens).

Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten war die Stunde dann doch zu schnell vorbei, aber sicher wird der eine oder die andere die neu gewonnen Wahrnehmungen im Alltag noch oft gebrauchen können.

Rückschau: Wikiscapes 01. Juli

Am 1. Juli war das Tagesthema der Mobilen Universität “DIY-Urbanismus”. Ziel war es den Teilnehmenden einen Einblick in Selbststrategien zu geben, wie die Alltags-Umwelt nach eigenen Wünschen und Ideen gestaltet werden kann.

Der gemeinsame Aufbau der MUB war ein schönes Ritual und hat in die Projektarbeit eingeführt.

Nach unserem Verständnis  ist der öffentliche Stadtraum ein Wikiscape, ein Raum, der als eine „Open Source“ gelesen werden kann, da er allen gehört die ihn nutzen und nutzen wollen. Er kann in diesem Sinne frei editiert und bespielt werden. Um zu zeigen, dass jeder Ort Potentiale besitzt, sollen Möglichkeitsfelder ergründet werden und pragmatische Vorschläge zur Gestaltung gefunden werden. Ideen werden über die Vermittlung von Wahrnehmungs- und Gestaltungstechniken gefunden und sichtbar gemacht.

In insgesamt fünf Phasen des Workshops wurden Methoden und Techniken vermittelt, die es jeder/m Teilnehmenden ermöglichten neue lokale Sichtweisen zu entwickeln und Verantwortung für die unmittelbare Lebensumwelt zu übernehmen.

Der Körper im Raum - mit allen Sinnen einen Ort erschließen.

Nach einem intensiven Sensing-Prozess, den alle Teilnehmenden schweigend und mit allen Sinnen aufmerksam durchliefen, wurden Orte festgelegt, die Potentiale besitzen oder einen temporären Eingriff dringend benötigen. Um dieses in die Tat umsetzen zu können wurden mehrere 2D-Editing-Strategien vorgestellt, die die Teilnehmenden direkt vor Ort zum Sichtbarmachen der Potentiale, der Ideen und Wünsche anwenden konnten. Auf diese Weise wurden die lokalen Potentiale abgebildet und visualisiert welche unterschiedlichen Ideen und Möglichkeiten existieren, aber auch auf Ähnlichkeiten und Konkurrenzen hingewiesen. Nach der Diskussion konnten die Teilnehmenden sich mit unterschiedlich farbigen Klebebändern ausrüsten und so die dritte Phase, das temporäre Einschreiben ihrer Ideen und Wünsche direkt vor Ort, begehen.

Eine Leiter zu einem Rückzugsort oder geschützten Schlafplatz.

Im Handumdrehen entstanden viele Nutzungsideen und -Vorschläge für den Ort, die teilweise sehr konkret mit Passanten und vorbeieilenden Anwohnern und Anwohnerinnen besprochen wurden. Das Feedback war durchweg positiv, da die Teilnehmenden den Ort im Sensing-Prozess relativ gut erfasst und die Mängel aber auch die Potentiale gut herausgearbeitet hatten.

In der darauf folgenden, letzten Phase wurde jede/r nochmal richtig gefordert: Da jeder reale Ort nur einfach existiert, müssen, wenn am Ende, wie z.B. in einem Planungsprozess üblich, ein begrenztes Spektrum an Alternativvorschlägen stehen soll, die vielen Ansprüche an diesen Ort, die Wünsche und Notwendigkeiten verhandelt werden. Es wurde also wichtig, für die eigenen Ideen Partei zu ergreifen, zu koalieren, zu revidieren, Kompromisse zu finden, schlicht die Argumente der anderen zu hören und die eigenen auf den Tisch der Mobilen Universität zu bringen. Darüber hinaus Begründungen für die eigenen Wünsche und Notwendigkeiten zu finden und die der anderen zu kommentieren.

Wünsche visualisieren und kommentieren, konstruktive Gestaltungsvorschläge machen...

Es wurde über sehr konkrete Maßnahmen diskutiert, wie einige der Ideen tatsächlich in Kooperation mit Stadt und Anreinern in die Tat umgesetzt werden könnten. Da der Raum vom Organisationsteam sehr weit gefasst wurde, verteilten sich die Teilnehmenden mit ihren konkreten Vorschlägen im gesamten Gebiet. Eine qualifizierte Aushandlung konnte dadurch am Ende nicht stattfinden, anstatt dessen wurden aber eine ganze Menge konkreter Vorschläge für bestimmte Ort ausgedacht, die in ihrer Gesamtheit friedlich koexistieren konnten.

Am Ende es wurde gemeinsam entschieden, dass die Vorschläge vor Ort bleiben sollten; so dass auch Passanten angeregt werden sich Fragen über den Ort und seine Potentiale stellen zu können. Darüber hinaus wurde über sehr konkrete Maßnahmen diskutiert, wie z.B. einige der Ideen tatsächlich in Kooperation mit Stadt und Anreinern in die Tat umgesetzt werden könnten. In der Folge bildete sich ein kleines Team an Interessierten, die über den Workshop hinaus in Kontakt bleiben und diesen Sommer vielleicht noch etwas bauen wollen. Wir werden berichten.

Es blieben auch Fragen offen...

Bildrechte: Paul Lange, Ines Aubert, Ruben Jodar und Karsten Michael Drohsel

Workshop THE PHANTOM am 08. Juli

In der zeitgenössischen Stadt überlagern sich diverse Formen der Kommunikation in unterschiedlicher Art und Weise. War früher der Kontakt zu Nachbarn, Freunden und Bekannten noch durch persönliches Gespräch geprägt, werden diese Kontakte nun durch digitale Kontakte überlagert. Kommunikation untereinander und Wahrnehmung der Anderen wird gleichsam virtueller und verbindet sich auf neue Weise in lokalen Situationen.

Im Workshop “The Phantom” soll diese Beobachtung aufgegriffen werden, indem sich die Teilnehmer auf die Suche nach solchen digitalen und analogen (Kommunikations-)Spuren machen. Das Phantomist dabei die verbindende “Person”, die alle Teilnehmer kennenlernen werden und sich in einem bestimmten Stadtraum die Fragen stellen: “Wer ist das?” und “Wie sieht seine/ihre Lebensumwelt aus?”. Wir wollen uns gemeinsam auf die Suche machen, welche lokalen und überregionalen Zusammenhänge bereits durch das Phantom geschaffen wurden und am Ende des Workshops sogar eigene Beiträge zu seiner/ihrer Geschichte erschaffen.

Der Workshop beginnt um 12 Uhr im BMW Guggenheim Lab; nach einer kurzen Einführung werden wir dann gemeinsam zum Ort des Workshops gehen. Durchführende sind Tobias Meier (Urbanophil) und Klementyna Świeżewska. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Workshop WIKISCAPES am 01. Juli

Wir leben in einer räumlich aufgeteilten, rechtlich abgesicherten und dicht bebauten urbanen Umwelt. Diese Umwelt hat Einflüsse auf unser Verhalten, darauf, wie wir sie wahrnehmen und nutzen, und somit darauf, was wir an bestimmten Orten tun oder nicht tun. Um diese Verhaltensweisen zu ergründen müssen wir vielfältige kognitive und sensuelle Werkzeuge entwickeln, die es uns ermöglichen Stadträume zu verstehen, diese zu deuten und bewusst auf sie zu reagieren.

Im Rahmen des Workshops „Wikiscapes“ soll ein Wahrnehmungsprozess initiiert und aus den gewonnenen Erkenntnissen Vorschläge zur künftigen Gestaltung des Ortes gemacht werden. Gemeinsam suchen wir einen zentralen Stadtraum auf, um darin einen konkreten, dicht bebauten Ort zu analysieren, an dem sich viele Nutzungen und Ansprüche überlagern.

Mitverantwortung als Schlüssel zur Beteiligung

Nach unserem Verständnis  ist der öffentliche Stadtraum ein Wikiscape, ein Raum, der als eine „Open Source“ gelesen werden kann, da er allen gehört die ihn nutzen und nutzen wollen. Er kann in diesem Sinne frei editiert und bespielt werden.

Um zu zeigen, dass jeder Ort Potentiale besitzt, sollen Möglichkeitsfelder ergründet werden und pragmatische Vorschläge zur Gestaltung gefunden werden. Ideen werden über die Vermittlung von Wahrnehmungs- und Gestaltungstechniken gefunden und sichtbar gemacht.

In insgesamt fünf Phasen sollen Methoden und Techniken vermittelt werden, die es jeder/m Teilnehmenden ermöglicht neue Sichtweisen auf den Stadtraum zu entwickeln und individuell Verantwortung für die unmittelbare Lebensumwelt zu übernehmen.

Der Workshop wird angeboten von Karsten Michael Drohsel (mikromakro/Urbanophil) und Ruben Jodar/Ines Aubert (Stiftung Freizeit). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Los geht es 12 Uhr im BMW Guggenheim Lab im Pfefferberg; nach einer kurzen Einführung gehen wir gemeinsam zum Ort des Workshops.

Rückschau: Public Pixels 24. Juni

Am letzten Sonntag hat die Mobile Universität Berlin in Moabit Halt gemacht und einige tolle Ideen und Ergebnisse mitgenommen. Kleine Boxen dienten als individuelle Pixel, auf denen Ideen und Wünsche für den öffentlichen Raum rund um die Heilandskirche festgehalten wurden. Dass dabei viel Kreativität freigesetzt wurde, zeigen die Bilder der Aktion. Zudem konnten unterschiedliche Pflanzen in diesen Prozess integriert werden, die jetzt teilweise rund um die Kirche aber auch bei den Teilnehmenden zuhause einen “grünen Pixel” bilden.

Alle Ergebnis werden in Folge digitalisiert und als Anregungen in den Ungestaltungsprozess des Ottoparks und Kleinen Tierarten eingespeist. Zudem werden die Pixel entweder in der Heilandskirche oder im BMW Guggenheim Lab ausgestellt. Näheres dann hier im Blog.

Wir danken allen Unterstützern der Aktion: Evangelische Kirchengemeinde Moabit West, Schulgarten Moabit / Schul-Umwelt-Zentrum Mitte, dem Projekt “Zuhause ist es am schönsten” / Frau Fuchs und den vielen Mitwirkenden vor Ort.

Workshop PUBLIC PIXELS am 24. Juni

Am 24.06. findet der nächste Workshop der Mobilen Universität statt. Nach einer kurzen Einführung werden wir uns nach Moabit begeben und ab 13 Uhr vor der Heilandskirche (Thusnelda-Allee) den Wandel des öffentlichen Raums bearbeiten. Vor dem Hintergrund des Umbaus der umliegenden Plätze sollen zukünftige Wünsche und Themen auf kreative Art festgehalten und ein bisschen Grün im Stadtteil verbreitet werden. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Rückschau: Lokale Impulsuniversität

Ein klassisches Format der Mobilen Universität ist die Impuls-Universität, die vom Impulsbüro mikromakro entwickelt wurde. Ziel der Methode ist es, Aufmerksamkeit auf bisher nicht beachtete oder ungewöhnliche Phänomene der Stadt zu lenken und gemeinsame Lerneffekte zu initialisieren. Hierfür werden unterschiedliche Materialien, wie Klebeband, Farbe, Knete oder ähnliches DIY-Material genutzt. Der Idee liegt zugrunde, dass alle Bürger als Experten für ihr Lebensumfeld gesehen werden und deshalb auch in einem “Call for Experts” für solche Prozesse die primäre Zielgruppe sind.

In dieser Tradition wurde auch im Rahmen des BMW Guggenheim Labs am 17.06. eine Impuls-Universität durchgeführt, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll. Das Vorgehen war an sich dreigeteilt: In der ersten Stufe wurde gemeinsam mit der Stiftung Freizeit im Rahmen einer geführten Stadttour die Wahrnehmung geschult, indem auf fühlbare oder visuelle Reize der Gegend um den Teutoburger Platz hingewiesen wurde. Mit diesem Wissen wurden dann in einem zweiten Schritt eigene Wahrnehmungen der Teilnehmer und Passanten am Rosa-Luxemburg-Platz abgefragt. Im dritten Schritt entwickelten die Teilnehmer dann gemeinsam mit dem Team der MUB Ideen und Anregungen für die geäußerten Wünsche und Wahrnehmungen.

Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Situation vor Ort als sehr gut eingeschätzt wurde und die Menschen sehr zufrieden mit ihrem Umfeld waren. Einige Anwohner stellten den Wandel in der Einzelhandelsstruktur fest (z.B. Rückgang der unmittelbaren Nahversorger), hatten daran aber nichts auszusetzen, da die Wohnlage dadurch ruhig und unberührt blieb. Zudem wurde der Durchgangsverkehr als störend empfunden, so dass in der abschließenden Phase einige Ideen zur Verkehrsberuhigung entwickelt wurden. Zudem gab es einige Ideen zur Belebung der Ladenlokale wie ein öffentliches Lesecafé oder zusätzliche Aufenthaltsgelegenheiten.

Zusätzliches Ergebnis ist außerdem, dass viele Teilnehmer und Passanten, trotz der räumlichen Entfernung, den Mauerpark als zu bearbeitende Fläche angesprochen haben. In gewissem Maße hat sich der Ansatz also von der konkreten Fläche gelöst und hat seinen eigenen Raum definiert. Die gesamten Einreichungen der Teilnehmenden sind hier zu finden.

 

Impressionen von der Eröffnung am 15. Juni

Gestern eröffnete das BMW Guggenheim Lab und die Kuratorin Maria Nicanor, das Berliner Lab Team und die beteiligten Akteure und Initiativen stellen sich vor. Wir waren mit unserer Mobilen Universität vertreten und haben unsere Idee, Funktionsweise und die kommenden Workshops vorgestellt. Anbei ein paar Impressionen.

 

Die MUB auf der Eröffnung des Labs

Die Mobile Uni wird real (Foto: Paul Lange)

Heute eröffnet das BMW Guggenheim Lab und die 4 Lab Team Member werden ihre Projekte kurz vorstellen. Wir werden mit unserer MUB anwesend sein und die Funktionsweise sowie geplante Projekte vorstellen. Ein gemeinsamer, öffentlicher Aufbau der MUB leitet damit unsere Workshopreihe ein. Das Programm des Labs ist online einsehbar.

Klein, mobil und Platz für viele Leute - die MUB (Bild: Paul Lange)