Workshop WIKISCAPES am 01. Juli

Wir leben in einer räumlich aufgeteilten, rechtlich abgesicherten und dicht bebauten urbanen Umwelt. Diese Umwelt hat Einflüsse auf unser Verhalten, darauf, wie wir sie wahrnehmen und nutzen, und somit darauf, was wir an bestimmten Orten tun oder nicht tun. Um diese Verhaltensweisen zu ergründen müssen wir vielfältige kognitive und sensuelle Werkzeuge entwickeln, die es uns ermöglichen Stadträume zu verstehen, diese zu deuten und bewusst auf sie zu reagieren.

Im Rahmen des Workshops „Wikiscapes“ soll ein Wahrnehmungsprozess initiiert und aus den gewonnenen Erkenntnissen Vorschläge zur künftigen Gestaltung des Ortes gemacht werden. Gemeinsam suchen wir einen zentralen Stadtraum auf, um darin einen konkreten, dicht bebauten Ort zu analysieren, an dem sich viele Nutzungen und Ansprüche überlagern.

Mitverantwortung als Schlüssel zur Beteiligung

Nach unserem Verständnis  ist der öffentliche Stadtraum ein Wikiscape, ein Raum, der als eine „Open Source“ gelesen werden kann, da er allen gehört die ihn nutzen und nutzen wollen. Er kann in diesem Sinne frei editiert und bespielt werden.

Um zu zeigen, dass jeder Ort Potentiale besitzt, sollen Möglichkeitsfelder ergründet werden und pragmatische Vorschläge zur Gestaltung gefunden werden. Ideen werden über die Vermittlung von Wahrnehmungs- und Gestaltungstechniken gefunden und sichtbar gemacht.

In insgesamt fünf Phasen sollen Methoden und Techniken vermittelt werden, die es jeder/m Teilnehmenden ermöglicht neue Sichtweisen auf den Stadtraum zu entwickeln und individuell Verantwortung für die unmittelbare Lebensumwelt zu übernehmen.

Der Workshop wird angeboten von Karsten Michael Drohsel (mikromakro/Urbanophil) und Ruben Jodar/Ines Aubert (Stiftung Freizeit). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Los geht es 12 Uhr im BMW Guggenheim Lab im Pfefferberg; nach einer kurzen Einführung gehen wir gemeinsam zum Ort des Workshops.

Rückschau: Public Pixels 24. Juni

Am letzten Sonntag hat die Mobile Universität Berlin in Moabit Halt gemacht und einige tolle Ideen und Ergebnisse mitgenommen. Kleine Boxen dienten als individuelle Pixel, auf denen Ideen und Wünsche für den öffentlichen Raum rund um die Heilandskirche festgehalten wurden. Dass dabei viel Kreativität freigesetzt wurde, zeigen die Bilder der Aktion. Zudem konnten unterschiedliche Pflanzen in diesen Prozess integriert werden, die jetzt teilweise rund um die Kirche aber auch bei den Teilnehmenden zuhause einen “grünen Pixel” bilden.

Alle Ergebnis werden in Folge digitalisiert und als Anregungen in den Ungestaltungsprozess des Ottoparks und Kleinen Tierarten eingespeist. Zudem werden die Pixel entweder in der Heilandskirche oder im BMW Guggenheim Lab ausgestellt. Näheres dann hier im Blog.

Wir danken allen Unterstützern der Aktion: Evangelische Kirchengemeinde Moabit West, Schulgarten Moabit / Schul-Umwelt-Zentrum Mitte, dem Projekt “Zuhause ist es am schönsten” / Frau Fuchs und den vielen Mitwirkenden vor Ort.

Workshop PUBLIC PIXELS am 24. Juni

Am 24.06. findet der nächste Workshop der Mobilen Universität statt. Nach einer kurzen Einführung werden wir uns nach Moabit begeben und ab 13 Uhr vor der Heilandskirche (Thusnelda-Allee) den Wandel des öffentlichen Raums bearbeiten. Vor dem Hintergrund des Umbaus der umliegenden Plätze sollen zukünftige Wünsche und Themen auf kreative Art festgehalten und ein bisschen Grün im Stadtteil verbreitet werden. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Rückschau: Lokale Impulsuniversität

Ein klassisches Format der Mobilen Universität ist die Impuls-Universität, die vom Impulsbüro mikromakro entwickelt wurde. Ziel der Methode ist es, Aufmerksamkeit auf bisher nicht beachtete oder ungewöhnliche Phänomene der Stadt zu lenken und gemeinsame Lerneffekte zu initialisieren. Hierfür werden unterschiedliche Materialien, wie Klebeband, Farbe, Knete oder ähnliches DIY-Material genutzt. Der Idee liegt zugrunde, dass alle Bürger als Experten für ihr Lebensumfeld gesehen werden und deshalb auch in einem “Call for Experts” für solche Prozesse die primäre Zielgruppe sind.

In dieser Tradition wurde auch im Rahmen des BMW Guggenheim Labs am 17.06. eine Impuls-Universität durchgeführt, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll. Das Vorgehen war an sich dreigeteilt: In der ersten Stufe wurde gemeinsam mit der Stiftung Freizeit im Rahmen einer geführten Stadttour die Wahrnehmung geschult, indem auf fühlbare oder visuelle Reize der Gegend um den Teutoburger Platz hingewiesen wurde. Mit diesem Wissen wurden dann in einem zweiten Schritt eigene Wahrnehmungen der Teilnehmer und Passanten am Rosa-Luxemburg-Platz abgefragt. Im dritten Schritt entwickelten die Teilnehmer dann gemeinsam mit dem Team der MUB Ideen und Anregungen für die geäußerten Wünsche und Wahrnehmungen.

Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Situation vor Ort als sehr gut eingeschätzt wurde und die Menschen sehr zufrieden mit ihrem Umfeld waren. Einige Anwohner stellten den Wandel in der Einzelhandelsstruktur fest (z.B. Rückgang der unmittelbaren Nahversorger), hatten daran aber nichts auszusetzen, da die Wohnlage dadurch ruhig und unberührt blieb. Zudem wurde der Durchgangsverkehr als störend empfunden, so dass in der abschließenden Phase einige Ideen zur Verkehrsberuhigung entwickelt wurden. Zudem gab es einige Ideen zur Belebung der Ladenlokale wie ein öffentliches Lesecafé oder zusätzliche Aufenthaltsgelegenheiten.

Zusätzliches Ergebnis ist außerdem, dass viele Teilnehmer und Passanten, trotz der räumlichen Entfernung, den Mauerpark als zu bearbeitende Fläche angesprochen haben. In gewissem Maße hat sich der Ansatz also von der konkreten Fläche gelöst und hat seinen eigenen Raum definiert. Die gesamten Einreichungen der Teilnehmenden sind hier zu finden.

 

Impressionen von der Eröffnung am 15. Juni

Gestern eröffnete das BMW Guggenheim Lab und die Kuratorin Maria Nicanor, das Berliner Lab Team und die beteiligten Akteure und Initiativen stellen sich vor. Wir waren mit unserer Mobilen Universität vertreten und haben unsere Idee, Funktionsweise und die kommenden Workshops vorgestellt. Anbei ein paar Impressionen.

 

Die MUB auf der Eröffnung des Labs

Die Mobile Uni wird real (Foto: Paul Lange)

Heute eröffnet das BMW Guggenheim Lab und die 4 Lab Team Member werden ihre Projekte kurz vorstellen. Wir werden mit unserer MUB anwesend sein und die Funktionsweise sowie geplante Projekte vorstellen. Ein gemeinsamer, öffentlicher Aufbau der MUB leitet damit unsere Workshopreihe ein. Das Programm des Labs ist online einsehbar.

Klein, mobil und Platz für viele Leute - die MUB (Bild: Paul Lange)